Historisches
9. April 2008 von admin
Im 11. Jahrhundert, also vor fast 1000 Jahren wurde in Pegnitz schon Gregori gefeiert. Böller, Hochrufe, Blumenkränze und Fahnen - all das ist vermutlich also schon viel älter als unsere Stadt Pegnitz selber. Ursprünglich wurde das Gregorifest im ganzen deutschsprachigen Raum, so auch in der Schweiz und in Österreich sowie in Belgien begangen, bei uns in Oberfranken etwa in Coburg, Creußen, Kulmbach, Pegnitz, Kasendorf und Thurnau.
Als Gründer des Kinderfestes gilt Papst Gregor IV. (827 - 844). Da dieser den bedeutenden Papst Gregor I., den Großen (geboren um 540, Papst von 590 bis 604), ehren wollte, wurde der 12. März, sein Todestag, als Gedenktag festgelegt. Gregor I. legte großen Wert auf eine solide schulische Bildung: Er gründete Klosterschulen und unterrichtete die Kinder im christlichen Glauben und im Kirchengesang. Als treuer Freund und Förderer der Jugend wurde der “Kinderbischof” zu ihrem Schutzpatron und das eingesetzte Schulfest erhielt nach ihm seinen Namen: Gregoriusfest, Gregorienfest oder einfach Gregori. 
Als Schulfest bildete Gregori früher den Abschluss des Schuljahres, welches damals noch an Ostern endete. Nachdem die Schüler ihr Examen absolviert hatten, erhielten sie als Belohnung Brezeln sowie allerlei Back- und Zuckerwerk. Nach der Examinierung, welche in der Kirche stattfand, bewegte sich ein Zug zur Festwiese im Grünen, wo gesungen, getanzt und gefeiert wurde.
Bis in die Mitte des vorletzten Jahrhunderts blieb ein “Bischof” die Hauptperson des Festes. Er wurde von einem Knaben dargestellt und an einigen Orten von zwei “Kaplänen” begleitet. Das Gregorienfest begann mit einem Umzug, der von dem Kinderbischof angeführt, zur Kirche marschierte. Dort wurde ein Gottesdienst abgehalten. Es war sicher kein Zufall, dass ein Kind wohlhabender Eltern die Rolle des Bischofs übernahm, da eine “stattliche Mahlzeit” ausgerichtet werden musste.